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Sebastian Elsbach

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Kurzbeschreibung

In meiner Dissertation untersuche ich das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold in seiner Gesamtheit als Träger der Weimarer Demokratie. Das Reichsbanner bildete in den Jahren der "relativen Stabilisierung" der Republik 1924-1929 ein wichtiges Gegengewicht gegenüber den antirepublikanischen Wehrverbänden, die offen mit erneuten Putschen drohten. Demgegenüber hat das Reichsbanner als zivilgesellschaftliche, überparteiliche Initiative versucht, die staatlichen Organe, vor allem die Polizei, in den republikanisch regierten Ländern zu stützen. Das Reichsbanner war somit eine Art republikanische Miliz, wobei der Schwerpunkt der Verbandsarbeit allerdings in der demokratischen Aufklärungs- und politischen Bildungsarbeit lag. Besonders zu vermerken ist der Beitrag des Reichsbanners zur Bekämpfung des Antisemitismus, was von Beginn als zentrale Aufgabe des Vereins gesehen wurde. Gegenüber anderen republikanischen Initiativen, die, wie der Republikanische Reichsbund, vergleichend herangezogen werden, verfügte das Reichsbanner als Millionenverband über massenwirksame Mittel zur Abwehr des Nationalsozialismus, weshalb es als eine der Hürden für die Nationalsozialisten auf dem Weg zur Macht zu sehen ist. In den Krisenjahren 1930-1933 verstärkte das Reichsbanner vor allem mit der Gründung von sog. "Schutzformationen" (Schufo) sein Engagement im Bereich "Wehrsport". Die Untersuchung der politisch motivierten Gewaltdelikte mit tödlichem Ausgang, an denen das Reichsbanner beteiligt war, bildet einen gesonderten Teil der Arbeit.

 

Elsbach_Sebastian     Kontakt: sebastian.elsbach[@]uni-jena.de

Die Dissertation wurde 2018 abgeschlossen und 2019 als Band 10 in den "Weimarer Schriften zur Republik" publiziert.

Elsbach - Reichsbanner

Seit Sommer 2019 arbeitet Dr. Sebastian Elsbach im Forschungsprojekt "Das demokratische Gewaltmonopol in der Weimarer Republik, 1918-1924". Lebenslauf und Publikationsliste finden sich dort.