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Dennis Lay

Der andere Antisemitismus: Linke Judenfeindschaft in der Weimarer Republik

Kurzbeschreibung

Im Promotionsvorhaben wird anhand einer begriffsgeschichtlichen Analyse das Vorkommen linker Judenfeindlichkeit im Zeitraum der Weimarer Republik untersucht. Das leitende Erkenntnisinteresse besteht darin die Virulenz judenfeindlicher Stereotype in verschiedenen politischen Lagern zu analysieren, die unter dem Terminus ‚links‘ subsummiert werden. Hierzu zählen die linksradikale KPD, die SPD (wie für den Zeitraum ihrer Existenz die USPD), wie auch die linksliberale DDP. In der Untersuchung wird nach den verschiedenen Motivationen gefragt, die in den jeweiligen Parteien zu möglichen judenfeindlichen Einstellungsmustern geführt haben könnten.

Die SPD und die DDP gelten gemeinhin als Bollwerk gegen den Antisemitismus in der Weimarer Republik. Auch die KPD hatte viele jüdische Führungsfiguren in ihren Reihen, auch wenn diese meistens aufgrund ihres internationalistischen Anspruchs nicht auf ihre jüdische Herkunft insistieren. Die Parteien leisteten Widerrede und Widerstand gegen den grassierenden Antisemitismus. Angesichts der Allgegenwärtigkeit des antisemitischen Klimas in der Weimarer Republik lässt sich die Frage aufwerfen, ob nicht auch diese parteien Konzessionen an dieses Klima machen mussten. Um die Untersuchung möglichst transparent zu gestalten, werden sowohl Parlamentsreden und Debatten als auch verschiedene Zeitungsartikel und Aufsätze analysiert. Da der Antisemitismus in allen zu untersuchenden Parteien abgelehnt wurde, sind direkte und offene antisemitische Aussagen eher in Ausnahmefällen zu erwarten. Es ist primär eine Judenfeindschaft zu antizipieren, die über bestimmte Codes transportiert wird, die im Rahmen der Untersuchung zu dechiffrieren sind.

Lay_Dennis    Kontakt: dennis.lay[at]uni-jena.de

Lebenslauf

10/2015 - 03/2019: Studium B.A. Politikwissenschaft (KF) und Philosophie (EF)

04/2019 - 09/2021: Studium M.A. Politikwissenschaft

Seit 10/2021: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der FSU Jena