CFP: Die Politik in der Kultur und den Medien der Weimarer Republik

Konferenz für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Der Weimarer Republik e.V. (www.weimarer-republik.net) und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (www.weimarforschung.uni-jena.de) veranstalten zum vierten Mal ihre Sommerkonferenz für den wissenschaftlichen Nachwuchs, in deren Rahmen laufende oder kürzlich abgeschlossene Forschungsarbeiten vorgestellt werden können.

In der Wahrnehmung der Weimarer Republik im In- und Ausland dominierten lange Zeit zwei sehr unterschiedliche Topoi: In politikgeschichtlicher Perspektive war sie die belastete Republik, deren Demokratie auf fatale Weise „scheiterte“. Ihr didaktischer Wert bestand letztlich nur darin, dass die junge Bundesrepublik aus all ihren angeblichen „Fehlern“ die richtigen Lehren ziehen konnte. In kulturgeschichtlicher Perspektive galt die Weimarer Republik dagegen schon immer als Zeit des Aufbruchs, des Experimentierens und als Phase einer enormen künstlerischen, kulturellen und intellektuellen, aber auch wissenschaftlichen und technischen Produktivität. Das Bauhaus wurde in diesem Zuge zum Signum des guten, modernen Weimar und beide zusammen zum Exportschlager – wie sich auch derzeit an den Feierlichkeiten zu dessen 100jährigen Gründung zeigt.

In den vergangenen Jahren hat sich besonders in der ersten Sichtweise viel verändert. Der Aufbruch in die Demokratie und die Weimarer Verfassung werden mittlerweile als mutige und ambitionierte Schritte in der deutschen Demokratiegeschichte betrachtet. Nicht nur die Gegner und Zerstörer der Republik rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern auch ihre Vertreter und Verteidiger.

Diese Ansätze wollen wir auf der diesjährigen Nachwuchstagung mit der Betrachtung der reichen Kunst-, Kultur- und Medienlandschaft zusammenbringen. Wie politisch waren Kunst und Kultur der Zeit? Gab es angesichts der starken Polarisierung überhaupt die Möglichkeit, ein „Unpolitischer“ (Th. Mann) zu bleiben? Wie wurden die politischen Gefechte der Zeit in die Kunst und Kultur übertragen? Welche Rolle spielte die Politik – bewusst oder unbewusst – in den Medienrevolutionen der Zeit (Radio, Kino, Fotojournalismus etc.)? Waren sich die Künstlerinnen und Künstler, die Intellektuellen und Medienschaffenden über den Wert und die Fragilität der Demokratie im Klaren? Welche politische Funktion maßen sie ihrem jeweiligen Tun bei? Wo sahen sie die Grenzen des Politischen und des politisch Tragbaren? Und umgekehrt: wie bediente sich die Politik bei Kunst, Kultur und Medien? Wie nahm der Staat an deren Pflege und Förderung teil, wie es die neue Verfassung forderte?

Diese und ähnliche Fragen wollen wir anhand laufender oder kürzlich abgeschlossener Forschungsprojekte diskutieren (Habilitation, Dissertation, Master, Staatsexamen). Willkommen sind biographische Arbeiten, Projekte zu einzelnen Medien oder Kunstströmungen, zu Institutionen und Organisationen der Kultur- und Medienlandschaft und dergleichen mehr. Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten sozial-, geschichts- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen sind herzlich eingeladen, wenn in dem vorgeschlagenen Vortrag bzw. Forschungsprojekt die Frage nach der dezidiert politischen Dimension des Untersuchungsgegenstandes gestellt wird.

 

Die Dokumentation der Beiträge in einem Tagungsband in der Reihe „Weimarer Schriften zur Republik“ ist vorgesehen. Im Rahmen der Tagung ist auch eine Besuch im "Haus der Weimarer Republik. Forum für Demokratie" geplant.

 

Reichen Sie bitten einen kurzen thematischen Abstract (bis zu ca. 3000 Zeichen, inkl. Leerzeichen) und einen kurzen Lebenslauf ein.

 

 

Zeitraum: 28.08.2019 14:00 Uhr - 30.08.2019 14:00 Uhr