3. Promotionsprojekt: Universitäten als Gewaltträger. Das Verhältnis deutscher Hochschulen zum demokratischen Gewaltmonopol

Kurzbeschreibung

Nach der Zerrüttung des staatlichen Gewaltmonopols während der Novemberrevolution 1918/19 spielten universitäre Akteure bei der Etablierung des neuen, demokratischen Gewaltmonopols eine durchaus ambivalente, bisher wenig beachtete Rolle in der Schnittstelle zwischen Militär und Gesellschaft. Als stark konservative, männlich geprägte Organisationen verfügten die seit der Jahrhundertwende florierenden Universitäten insbesondere für die diversen (para-)militärischen Akteure des Nachkriegs über ein großes, militärisch geübtes Rekrutierungspotenzial, das sowohl habituell als auch mental tief im untergegangenen Kaiserreich verwurzelt war. Das Projekt nimmt dementsprechend die Rolle der deutschen Universitäten in Revolution und Nachkrieg in den Fokus. Im Kern steht dabei die Frage, wie die während des Weltkriegs nahezu vollständig mobilisierten Universitäten und Ihre oftmals kriegsgedienten Angehörigen - Studierende ebenso wie Dozenten - mit dem politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozess der frühen Weimarer Republik umgingen und wie diese sich im Kampf um das demokratisch legitimierte Gewaltmonopol positionierten.

Bearbeiter:
Florian Jürgen Schreiner, M.A.

Schreiner

Lebenslauf

2011 - 2014: Bachelorstudium der Geschichtswissenschaft und Amerikanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

2014 - 2017: Masterstudium der Kulturgeschichte der Gewalt - Militärgeschichte/Militärsoziologie an der Universität Potsdam

seit 2017: Doktorand im Fach Neuere/Neueste Geschichte der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Betreuung: Prof. Dr. Matthias Stickler/Prof. Dr. Sönke Neitzel)

2017-2019: Promotionsstipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung

seit 2018/19: Lehrbeauftragter im Arbeitsbereich Politische Theorie und Ideengeschichte am Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

Publikationen

SCHREINER, Florian J.: Universität und Demokratie. Revolutions- und Republikrezeption in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs, in: ELSBACH, Sebastian/NOAK, Ronny (Hrsg.): Konflikt und Konsens. Demokratische Transformation in der Weimarer und Bonner Republik. Stuttgart 2019. [IN DRUCK]

SCHREINER, Florian J.: Befreier Münchens? Das Freikorps Epp und der Sturz der Räterepublik, in: Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung (1/2019), S. 10-16.

RUOFFNER, Simone/SCHREINER, Florian J.: Vom ‚Corps Schlamponia‘ zur ‚Frau Kommilitonin'. Emanzipation und Assimilierung von Studentinnen in der Frühphase der Weimarer Republik, in: Ariadne 73/74 – Die weibliche/n Geschichte/n der Weimarer Republik (2018), Kassel 2018. S. 132-140.

SCHREINER, Florian J.: Von Langemarck zum Annaberg. Das Verhältnis akademischer und militärischer Akteure im Deutschen Nachkrieg 1918-1921, in: Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Osten Europas 25 (2017). S. 299-335.

SCHREINER, Florian J.: Erlanger Studenten und Freiwilligenverbände in der Nachkriegszeit, in: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung 55, Erlangen 2016. S. 9-60.