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Sebastian Elsbach

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Kurzbeschreibung

In meiner Dissertation untersuche ich das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold in seiner Gesamtheit als Träger der Weimarer Demokratie. Das Reichsbanner bildete in den Jahren der "relativen Stabilisierung" der Republik 1924-1929 ein wichtiges Gegengewicht gegenüber den antirepublikanischen Wehrverbänden, die offen mit erneuten Putschen drohten. Demgegenüber hat das Reichsbanner als zivilgesellschaftliche, überparteiliche Initiative versucht, die staatlichen Organe, vor allem die Polizei, in den republikanisch regierten Ländern zu stützen. Das Reichsbanner war somit eine Art republikanische Miliz, wobei der Schwerpunkt der Verbandsarbeit allerdings in der demokratischen Aufklärungs- und politischen Bildungsarbeit lag. Besonders zu vermerken ist der Beitrag des Reichsbanners zur Bekämpfung des Antisemitismus, was von Beginn als zentrale Aufgabe des Vereins gesehen wurde. Gegenüber anderen republikanischen Initiativen, die, wie der Republikanische Reichsbund, vergleichend herangezogen werden, verfügte das Reichsbanner als Millionenverband über massenwirksame Mittel zur Abwehr des Nationalsozialismus, weshalb es als eine der Hürden für die Nationalsozialisten auf dem Weg zur Macht zu sehen ist. In den Krisenjahren 1930-1933 verstärkte das Reichsbanner vor allem mit der Gründung von sog. "Schutzformationen" (Schufo) sein Engagement im Bereich "Wehrsport". Die Untersuchung der politisch motivierten Gewaltdelikte mit tödlichem Ausgang, an denen das Reichsbanner beteiligt war, bildet einen gesonderten Teil der Arbeit.

 

Elsbach_Sebastian     Kontakt: sebastian.elsbach[@]uni-jena.de

Lebenslauf

2007 - 2010: Studium der Sozialwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Chemnitz

2010 - 2011: Erasmusaufenthalt in Lodz (Polen) und Bachelorabschluss in Chemnitz

2011 - 2013: Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Jena, zudem Forschungspraktika am ITAS (Karlsruhe) und im TAB (Berlin)

2013: Masterabschluss mit einer Arbeit zu "Der Antisemitismus Ernst Niekischs und dessen Ursprung im Milieu der Konservativen Revolution"

Seit 2014: Doktorand in Jena

Seit 2015: Stipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung

Publikationen

„Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, in: Handbuch des Antisemitismus Bd. 8, Wolfgang Benz (Hg.), De Gruyter Verlag, Oldenburg 2015.

„Völkischer Bolschewismus und der „ewige Jude“. Antisemitismus bei Ernst Niekisch“, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 24, Stefanie Schüler-Springorum (Hg.), Metropol Verlag, Berlin 2015.

Mitarbeit am TAB-Arbeitsbericht Nr. 164: „Synthetische Biologie - die nächste Stufe der Bio- und Gentechnologie“, Berlin 2015.

Tagungsbericht: Weimar als Herausforderung. Die Weimarer Republik und die Demokratie im 21. Jahrhundert, 27.11.2015 29.11.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 16.02.2016, <http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6398>.